Zuwendung über den Tod hinaus

MELDORF

Läuft alles nach Plan, wird es im Januar den Spatenstich für das stationäre Hospiz geben. In Sachen Finanzierung ist der Freundeskreis Hospiz nun einen Schritt weiter.

An seine erste Begegnung mit der Arbeit des Hospizes erinnert sich Angelo G. Nicosia genau. Eine Gruppe Radfahrer hatte eine Dithmarschen-Rundtour gemacht. Bei der Zusammenkunft der Radler in Meldorf kam der Italiener, der seit Jahrzehnten in Dithmarschen lebt, mit seiner Tischnachbarin ins Gespräch, die ihm von schwerkranken Kindern erzählte, die der Hospizverein betreue. Er beschloss, den Mädchen und Jungen ihren Wunsch nach einem Ausflug
zu erfüllen. „Mir kamen die Tränen“, erinnert sich der 82-Jährige an diesen Tag, an dem er die Kinder traf. Jetzt will er auch die Arbeit des geplanten stationären Hospizes unter-
stützen. Seine Ehefrau Anita und er haben einen Wohnkomplex mit zwölf Wohnungen in Meldorf in eine eigene Stiftung eingebracht. Nach dem Tod der beiden geht das Projekt
zur Hälfte in die Förderstiftung des Freundeskreises Hospiz über, die nun ebenfalls gegründet wurde. Die jährlichen Erträge aus dem Wohnkomplex fließen dann in den Betrieb des stationären Hospizes. Die andere Hälfte kommt dem Bunten Kreis zugute. Für den Neubau liegt inzwischen die Baugenehmigung vor, sagt Dr. Tilman von Spiegel, Vorsitzender des Freundeskreises Hospiz. Auch die ersten Ausschreibungen für den Rohbau seien bereits auf den Weg gebracht. Für den Spatenstich ist die zweite Januar-Hälfte avisiert. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Eine wichtige Voraussetzung für den Bau und den Betrieb ist zudem erfüllt: Der Verein hat inzwischen eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet, deren Gesellschafter der Freundeskreis ist. „Die mündlichen Zusagen für die Förderbescheide liegen ebenfalls vor“, sagt er. Bis voraussichtlich Ende November sollen die Verantwortlichen des Hospizvereins sie auch Schwarz auf Weiß in den Hän den halten können. Unter anderem über das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume fließen EU-Fördermittel in Höhe von 750.000 Euro. Doch das größte Ziel sei, weitere Sponsoren und Unterstützer auch für den laufenden Betrieb des Hospizes zu finden. Diese spielten schon immer eine wichtige Rolle für die Arbeit des Hospizvereins, für den Bau und den Betrieb gelte das nun verstärkt. Die Einrichtung der Stiftung durch das Ehepaar Nicosia sei dafür ein super Start, so von Spiegel. Und mit diesem hoffen er und Nicosia auf Nachahmereffekte. „Schon länger ist es mir ein Anliegen, auch die Arbeit des Hospizvereins zu unterstützen“, sagt Nicosia. „Dieses öffentlich zu machen, soll primär dazu dienen, möglichst viele Menschen aus dem Kreis zu motivieren, sich ebenfalls zu engagieren.“ Dass das Thema Hospizarbeit durchaus bewegt, kann Thomas Riemann bestätigen. Er ist bei der Spar-kasse Westholstein für das Stiftungs- und Generationenmanagement zuständig. Dabei bespreche er mit Kunden auch das Thema Nachlassplanung, sagt er. „Ich bringe immer die Hospizarbeit ins Spiel und renne damit offene Türen ein.“ Jetzt unterstützte er den Hospizverein bei der Gründung der eigenen Stiftung. Das stationäre Hospiz wird am Heseler Weg in Meldorf gebaut. Neben zwölf Zimmern wird künftig von dort die ambulante Betreuung fortgeführt. Auch die Kinderhospizarbeit wird in dem Haus untergebracht. Seinen Betrieb soll das Hospiz 2023 aufnehmen.

 

DANA MÜLLER, DLZ VOM 24.11.2021

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